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Expertentipp Managementbuch.de
Roland Graf, Generalsekretär des Wirtschaftsforums der Führungskräfte (WdF), der größten unabhängigen Managervereinigung Österreichs, bespricht hier regelmäßig spannende Neuerscheinungen und wichtige Bücher zu Business, Management und Karriere. Außerdem Bemerkenswertes " jenseits des Tellerrands". Viel Spaß beim Lesen und Entdecken!





 

Am Arbeitsbegriff sollten wir noch ein wenig arbeiten

[Peter Zellmann: Die Zukunft der Arbeit]
Peter Zellmann: Die Zukunft der Arbeit
Es ist erfreulich, wenn einem die Material-Fülle eines Sachtitels zu schaffen macht. Peter Zellmann neuer Monographie ist dies gelungen; Datenfülle und Perspektivenwechsel auf das Thema Arbeit ersetzen den roten Faden. Aus den Umbrüchen, denen die work-leisure-balance ausgesetzt wurde, destilliert der Freizeitforscher eine ganze Reihe an Thesen. Etwa diese: Freude und Selbstbestätigung holen wir uns weniger im Hauptjob, sondern zunehmend in unter- und unbezahlten Nebentätigkeiten. Wie diese Subökonomien die Volkswirtschaft beeinflussen, ist ein schönes Beispiel für die Methode Zellmanns. Scheinbar ungreifbare, "gefühlte" Tendenzen werden über Evidenzdaten fassbar gemacht und gleich weiter gedacht. mehr
 

Der Management-Manga: (Vom) Führen gezeichnet

[Patrick Lencioni, Kensuke Okabayashi: Die 5 Dysfunktionen eines Teams - der Manga]
Patrick Lencioni, Kensuke Okabayashi: Die 5 Dysfunktionen eines Teams - der Manga
Business Comics sind selten, passen Management und Manga (der japanische Zeichenstil) also nicht zusammen? Sehr gut sogar, denn komisch ist an den Versuchen des neuen CEO, seine Spartenleiter zu einem Team zu vereinen, nur mancher Gesichtsausdruck. Wie die einzelnen Experten die Arbeit der anderen (nicht) schätzen, dafür aber in Meetings kaum etwas weiterbringen, liest sich in der Bildgeschichte drastischer als in theoretischen Passagen. Wie die Typen - vom Unternehmensgründer im Aufsichtsrat bis zum Techniker in Hemdsärmeln und dem schweigsamen Troubleshooter - im wahrsten Sinne des Wortes gezeichnet sind, erleichtert Rollenbilder zu sehen, die im Alltag oft nicht so deutlich zu Tage treten. mehr
 
 

Neues Manager-Verständnis: Rede Gutes und tue es auch

[Ralf Hering, Bernd Schuppener, Nina Schuppener: Leadership statt Management: Führung durch Kommunikation]
Ralf Hering, Bernd Schuppener, Nina Schuppener: Leadership statt Management: Führung durch Kommunikation
Die Wirtschaftselite braucht ein neues Selbstverständnis. Als Folgerung aus der Finanzkrise fordert das Autorentrio auf, die ausgesendeten Botschaften zu überdenken. Kommunikation den Mitarbeitern wie auch dem "Markt" gegenüber steht im Zentrum ihrer Tipps, die auch außerökonomische Einflüsse betonen. Dass es dabei nicht ohne bereits Bekanntes (Paul Watzlawick) abgeht, läßt sich verschmerzen. Spätestens mit der Darstellung der paralinguistischen Umstände unserer Anweisungen steckt man tief in der Praxis. "Ökonomischen Esprit und Ethos" soll der Leader vereinen. Wie das genau geht, erfährt man nicht genau. Wie man das Bewußtsein dafür in der täglichen Kommunikation wachhält, hingegen schon. mehr
 

Analysiert: Woran scheitern die hochfliegenden Pläne?

[Johann Risak: Überlegene Unternehmensqualität schaffen]
Johann Risak: Überlegene Unternehmensqualität schaffen
Johann Risak hat die Entwicklungspfade erfolgreicher Unternehmen analysiert. Über 400 Firmen als Datenquelle liefern entsprechend aussagekräftige Daten. Im Grunde kann man in jedes Kapitel gesondert einsteigen, allerdings sollte man sich einmal mit dem stark zahlenlastigen Ansatz der "Entwicklungspfade", wie Risak sie schildert, vertraut gemacht haben. Die Nuggets finden sich im statistischen Material mitunter fast versteckt. Der Verzicht auf Anekdoten macht aus dem Kompendium keine Flugzeug-Lektüre, untermauert aber das oft nur gefühlte Unbehagen auf dem Untergang geweihten Unternehmensschiffen mit Evidenz. Denn der Abstieg in die Komfort- oder Resignationszone zeigt ein klar erkennbares Muster. mehr
 
 

Die Jagd nach Mr. Rich, eine unglaubliche Öl-Geschichte

[Daniel Ammann: King of Oil]
Daniel Ammann: King of Oil
Marc Rich erscheint wie ein James Bond-Schurke. Weltumspannend aktiv, reich und mit den Sandinisten ebenso im Geschäft wie mit dem Südafrika der Apartheid. Die Biographie des Rohstoffhändlers wird nicht nur anhand der Zeitgeschichte geschildert, die starken Momente liegen aber bei den politischen Verflechtungen, bis hin zur Begnadigung "des größten Steuersünders" am letzten Amtstag Bill Clintons. Was die wirtschaftliche Seite des Aufstiegs betrifft, erfährt man ungewöhnlich viel aus einer verschwiegenen Branche, vor allem aus der Frühzeit des Waren-Termingeschäfts. Schließlich verdanken wir den Spotmarkt für Öl Männern wie Rich, der die fixen Verträge der dominanten sieben Ölkonzerne knackte. mehr
 

Kur in sieben Schritten: Strategie ist kein Projekt

[Xavier Gilbert, Bettina Büchel, Rhoda Davidson: Erfolgreiche Umsetzung strategischer Initiativen]
Xavier Gilbert, Bettina Büchel, Rhoda Davidson: Erfolgreiche Umsetzung strategischer Initiativen
Was uns hierher gebracht hat, bringt uns nicht weiter. Von diesem Fundament ausgehend, widmen sich die Autoren den Stolpersteinen im strategischen Neuerfinden von Unternehmen. Zunächst einmal wird daher gezeigt, was echte Strategie vom Klein-Klein der Projektarbeit unterscheidet. Gerade in der von allen im Unternehmen mitgetragenen Ernsthaftigkeit liegt schließlich der Schlüssel zum Erfolg. Teilzeit-Freistellungen von Mitarbeitern kann man gleich vergessen, lautet eine der Warnungen. Weniger Kreativtechniken, als die Strukturen, die solche erst ermöglichen, bilden die sieben Teilschritte. Kern ist die Teamauswahl, Tipps, um den Energielevel hoch zu halten, dürfen natürlich auch nicht fehlen. mehr
 
 

Kommandobrücke ist mitten bei den Ruderern

[Peter Zulehner: Navigieren im Auge des Taifuns]
Peter Zulehner: Navigieren im Auge des Taifuns
Was ist sinnvolles Delegieren, was nicht? Die Führungskunst in Peter Zulehners Buch mag leicht verständlich sein, dennoch redet er nie von einfach zu erreichenden Zielen. Der ehemalige "Magna"-Personalchef bekennt sich vor allem zur Kommunikation als Management-Instrument. Er misstraut Spontanen und Charismatikern; regelmäßig und organisiert muss der Austausch zwischen Führungsetage und Angestellten sein. Mitarbeitern optimale Information zu bieten, heißt für ihn zweierlei: Konsequenz zeigen und auch unangenehmes Feedback geben. Der Draht zum Team darf nie abreißen, will man erfolgreich sein: "Es steht Ihnen als Führungskraft nicht zu, darüber zu entscheiden, was für Ihre Mitarbeiter wichtig ist". mehr
 

Der Kopfjäger am Hörer: So reagiert man richtig

[Julia Löhr: Die geheimen Fragen der Personalberater]
Die geheimen Fragen der Personalberater
Schon das stille Mineralwasser kann verräterisch wirken. Zumindest, wenn es beim Personalberater eingenommen wird. Wie Headhunter wirklich arbeiten, wird meist von Eingeweihten an Newcomer weitergeraunt. Nun lässt es sich auch nachlesen - Julia Löhr schildert die Tricks ausführlich. Vom ersten Anruf ("Können Sie frei sprechen?") bis zum finalen Gespräch vor dem Traumjob listet sie auf, was Karrieren entstehen lässt oder vernichtet. Anekdoten-frei und nüchtern setzt das kompakte Buch vor allem auf Informationen: von der ersten Liste geeigneter Kandidaten bis zum Ortstermin beim potentiellen Arbeitgeber. Dazu kommt eine kleine Standeskunde der "Kopfjäger" inklusive deren anglophiler Geheimsprache. mehr
 
 

Verhandlungssache: So machen Sie den Deal

[Jutta Portner: Besser verhandeln]
Besser verhandeln
Kooperativ Verhandeln statt Konfrontation lautet das Motto. Die Harvard-Methode von Roger Fisher hat die Autorin nicht nur übernommen, sondern um viele praktische Anleitungen ergänzt. Konkrete Vorteile herausholen, statt zu unterliegen, will aber auch gelernt sein: Wann etwa macht es Sinn, als Team in Verhandlungen zu gehen? Wie verhindere ich einen Verhandlungsabbruch? Woran erkenne ich Bluffer? Zunächst gibt es triviale Beispiele, in denen man rasch Verhandlungsspielräume erkennen lernt. Danach geht es ans Eingemachte, vor allem die Beispiele, die eigene Entscheidungen schulen, sind fast Ratekrimis. Fazit: Eine sympathische Trickkiste in Buchform (solange es ihr Gegenüber nicht auch kennt).
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Bremser an der Spitze: "Wozu brauchen wir das?"

[Torsten Oltmanns, Daniel Nemeyer: Machtfrage Change]
Torsten Oltmanns, Daniel Nemeyer: Machtfrage Change
Wieder ein Titel zum Thema Change Management? Ja, allerdings legen die beiden Berater den Finger in die Wunde, die viele Veränderungsprozesse im Unternehmen hinterlassen: Konflikte im Management. Dabei belässt man es nicht bei Anekdoten-Wissen, sondern geht auch bei der Theorie zu unterschiedlichen Wahrnehmungen auf Kollegenebene in die Tiefe, etwa mit dem Radikalen Konstruktivismus als Unterfutter. Oder auch beim positiv besetzten Machtbegriff, der von Max Weber her analysiert wird. Wenngleich die Therapievorschläge dagegen etwas schmäler ausfallen, beeindruckt die Konsequenz, mit der die Subjektivität der Wahrnehmung bei den im Selbstbild rein rationalagierenden Managern nachgewiesen wird. mehr
 
 
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Klaus Haake, Willi Seiler: Strategie-Workshop

 

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